Die albanischen Alpen
Die albanischen Alpen sind ein verstecktes Land, das darauf wartet, entdeckt zu werden. Es ist schwierig, auf diesem Planeten, so eine Ecke zu finden, wo die Schönheit und das wilde Leben so perfekt kombiniert sind, wo jeder genießen und Neues entdecken kann.       Valbona, Vermosh oder Theth sind Zauberorte für Naturliebhaber, Sportler oder Wanderer. Die albanischen Alpen stehen für unberührte Natur und traumhafte Bergwelt. Die sind Teil des Gebirgssystems der dinarischen Alpen, das sich entlang der Adria erstreckt, und in Nordalbanien mit dem Jezera seine größte Höhe (2692 m) und auch seine größte Breite erreicht. Karge Karstlandschaften sind weit verbreitet in Thethi Gebiet, weil es sich um das größte Karstgebiet Europas handelt. Das Vermosh Tal ist durch ein anderes Geländecharakter als Thethi charakterisiert, weil es Spuren der Vergletscherung zeigt. Das wird von der breite U-Form besonders des Skrapatush- Talprofils bewiesen. Das Valbona Tal liegt im östlichen Teil der albanischen Alpen und ist es eines der schönsten Naturgebiete in Albanien. Die Gipfel des Tales geben den Eindruck, über viertausend Meter hoch zu sein. Das Tal verengt und erweitert sich, und die Landschaft könnte jeden atemlos zurücklassen.


Der Thethi Fluss hat seinen Ursprung aus mehreren Quellen und kann nach Regenfällen gewaltig anschwellen. Er vereint sich zum Shala Fluss, mit dem Lumi i Zi, der durch enge Felsen schäumt. Das Wasser des Shala Flusses, dass zwischen Thethi und Vermosh verläuft, fließt in den Koman See und dann in die Adria. Das Wasser des Vermosh Flusses nimmt die andere Richtung und endet im Schwarzen Meer. Vor dem Eintritt ins Valbona Tal liegt die Wasserquelle Shoshan, die zum Valbona Fluss leitet und eine attraktive Schlucht bildet.


Das Klima ist komplex. Feuchte und warme Luftmassen stauen sich an den kühlen Bergen und verursachen hohen Niederschlagwerten. In Vermosh gibt es 140 Regentage und es liegt durchschnittlich 100 Tagen im Jahr Schnee. In Boga werden niederschlage von 3033 Millimetern pro Jahr gemessen. Bis zu zwei Meter Schnee sind normal und in höheren Lagen ist auch in Sommer noch Schnee zu finden. Jezera ist durch einen permanenten Gletscher bedeckt.


Die hohen Lagen der albanischen Alpen sind meist schroff und steil, während große Teile der Täler noch von Wäldern überzogen sind. In den albanischen Alpen gibt es zahlreiche (ungefähr 1650) Pflanzenarten: Mindestens 85 Arten sind selten und vom Aussterben bedroht, 4 sind endemisch und 16 subendemisch. In den albanischen Alpen gibt es noch viele wilde (fleischfressende) Tiere wie Fuchse, Wölfe und Bären. Die Berge werden in vielen Regionen noch intensiv landwirtschaftlich genutzt, sodass Schafherden und Hirten anzutreffen sind.


Im Alpengebiet werden viele originale Produkte von den Bewohnern hergestellt und konsumiert. Es sind vor allem Honig, Raki (Pflaumenschnaps), getrocknete Pilze und Teekräuter, Heidelbeere, Käse und Joghurt aus Schafmilch. Im Kelmend ist die Forelle heimisch.


Der "Kanun des Lekë Dukagjini" ist das über Generationen mündlich überlieferte Volksrecht. Erst 1933 wurde es gedruckt.Auch heute sind die Gesetze der Kanun lebendig und vom Begriff der Ehre geprägt. Der Kanun regelte auch die Blutrache. Es gibt immer noch einige isolierte Fälle der Blutrache, aber es besteht überall keine Gefahr für die Touristen und Besuchern. Ein weiterer zentraler Begriff der Kanun ist die Gastfreundschaft. Der Gast ist unter allen Umständen zu ehren: Widerfährt ihm etwas Schlechtes im Hause des Gastgebers, ist der Gastgeber in seiner Ehre verletz und muss alles unternehmen, um das Widerfahrene gutzumachen.


Thethi
Vom Shkodrasee her führt eine schlechte Straße über einen Pass ins Tal von Theth. Im Winter ist diese Route während Monaten meist bis in den Mai unpassierbar. Dann bleibt nur die noch schlechtere Straße durchs Tal von Süden. Das Dorf Theth liegt in einem eindrücklichen Talkessel und eignet sich gut als Ausgangsort für kleinere und größere Wanderungen und Besichtigungen im Nationalpark. Im abgeschiedenen, aber gut für Touristen eingerichteten Dorf stehen noch zahlreiche traditionelle Häuser. In Theth gibt es ein kleines Hotel und auf Gäste gut vorbereitete Privatunterkünfte.


Valbona Tal
Der Nationalpark Valbona-Tal umfasst Wälder, kleine Bergseen, Alpweiden, Höhlen und einen Fluss mit Schluchten und Wasserfällen. Die Straße ins Valbona-Tal ist nicht ganz so schlecht und kurvenreich wie diejenigen nach Theth oder Vermosh. Die Anfahrt mit der Fähre durch das Koman See, ist besonders eindrücklich. Im Dorf bieten diverse Familien Zimmer an. Ein kleines Hotel gibt es auch in Rragam, dem letzten Weiler auf dem Weg nach Theth.


Drin & Koman See
Einen ersten, aber besonderen schönen Einblick in die Region bietet eine Fahrt mit der Fähre über den gestauten Drin. Der See windet sich wie ein norwegischer Fjord zwischen hohen Felswänden und himmelragenden Gipfeln. Die Fahrt auf der Fähre bietet auch die Möglichkeit, einfach in Kontakt mit den anderen Passagieren zu kommen.


Kelmend
Der nördlichste Ort Albaniens ist eingebettet in wunderschöne Natur. Neben den imposanten Berggipfeln ringsum ist die Schlucht von Vermosh besonders erwähnenswert. Vom Shkodrasee aus führt bei Han i Hotit an der montenegrinischen Grenze eine holprige Straße hinauf nach Vermosh. Die Reise durch das tiefe Çemi-Tal ist besonders eindrücklich. Im Dorf gibt es verschiedene Privatunterkünfte. Einige Kilometer südlich von Vermosh bei Lepusha gibt es ein einfaches Hotel. Die Region ist auch vom montenegrinischen Plav aus zu erreichen. Die asphaltierte Straße endet aber gleich nach dem neuen Grenzübergang.