Tirana und Umgebung
Tirana ist die Hauptstadt Albaniens, der kulturelle, politische und wirtschaftliche Mittelpunkt des Staates und Sitz mehrerer Einrichtungen, Organisationen und Parteien. Hier befinden sich das Parlament und die Regierung des Landes.


Lage
Tirana liegt in Mittelalbanien, am Westfuß seines Hausbergs Dajti auf einer Höhe von 110m. Bis zur Küste der Adria bei der Hafenstadt Durrës, der zweitgrößten Stadt des Landes, sind es nur etwa 30 Kilometer Luftlinie. Im Süden und Westen wird Tirana von Hügeln umgeben, die mit dem Dajti einen grünen Gürtel um die Stadt bilden. Nach Nordwesten öffnet sich eine etwa 40 Kilometer lange Ebene bis zur Meeresküste.
Am nördlichen Stadtrand verläuft der gleichnamige Fluss Tirana, einer der Oberläufe des Flusses Ishëm. Einige Kilometer südlich fließt der Erzen an Tirana vorbei. Das Stadtzentrum wird vom Flüsschen Lana durchquert, das am Dajti entspringt.
In Tirana herrscht Mittelmeerklima mit einer Jahresdurchschnittstemperatur von 16 C und einer Jahresniederschlagssumme von 1265mm. Im Juli liegt die Durchschnittstemperatur bei 24 C, im Januar bei 7 C.


Geschichte
Es gibt viele Hypothesen über den Ursprung des Stadtnamens.
Aus dem antiken griechischen und lateinischen Quellen, der Name der Stadt stammt von dem Wort "Theranda" oder in albanisch "Te Ranat", weil das Feld, vom Wasser aus den umliegenden Bergen gebrachten Schlamm und festen Stoffen, gebildet wurde.
Der Ursprung des Stadtnamens könnte auch das Wort " Tirkan" sein, dass ein Schloss aus dem Anfang des ersten Jahrhunderts vor Christus ist, und sich am Dajti Berg befindet.
"Tirana" könnte auch aus dem Altgriechischen "Tyros" kommen, die Milch bedeutet. In der Gegend von Tirana hat sich einer sehr wichtiger Milchprodukten Markt befunden.
Zum ersten Mal wurde der Name Tirana in der heutigen Form in 1418 in einem venezianischen Dokument erwähnt.


Die Umgebung von Tirana ist schon seit der Altsteinzeit bewohnt. Die ältesten Funde auf Stadtgebiet stammen aus der Römerzeit. Im 6. Jahrhundert ließ der römische Kaiser Justinian I. eine Festung errichten, deren Mauern noch heute zu sehen sind.
Nach osmanischen Quellen in 1431 - 1432 hatte Tirana 1000 Häuser und 7300 Einwohner.
Eine richtige Siedlung wurde erst im 17. Jahrhundert unter osmanischer Herrschaft gegründet: 1614 ließ ein lokaler Feudalherrscher an der Kreuzung zweier Handelswege eine Moschee, Bäder (Hammam) und einen Markt (Basar) errichten.
Tirana blieb lange klein und unbedeutend, bis der Ort 1920 zur Hauptstadt Albaniens bestimmt wurde. Darauf wurde schnell aus einem Ort mit wenigen Tausend Einwohnern die größte und bedeutendste Stadt des Landes. König Zogu ließ sich hier einen Palast erbauen und mit italienischer Hilfe wurden Ministerien und eine Prachtstraße angelegt. Durch städtebauliche Maßnahmen entstanden erste moderne Strukturen, unter anderem der nach dem albanischen Fürsten Skanderbeg benannte Zentralplatz.
In der Zeit des Kommunismus entwickelte sich die Stadt rasant: Sozialistische Wohnsiedlungen und Fabriken, zahlreiche Bildungseinrichtungen und Kulturzentren wie das Opernhaus, mehrere Museen, das Filmstudio und einige Theater wurden errichtet. Die Universität Tirana wurde im Jahr 1956 gegründet. Um das Zentrum der Stadt neu gestalten zu können, wurden in den 60er- und 80er-Jahren zahlreiche historische Gebäude zerstört.
Nach der Demokratisierung änderte sich das Stadtbild schnell. Überall wurden illegal Gebäude errichtet, vor allem Richtung Nordwesten. Im Stadtzentrum entstanden Läden, Cafés und Restaurants. Ab 1999 wurden die illegalen Bauten im Stadtzentrum abgerissen und die Grünanlagen wiederhergestellt.
Im 21. Jahrhundert erlebte Tirana einen wirtschaftlichen Aufschwung. Zahlreiche moderne Hochhäuser sind entstanden. Der Großteil der Straßen wurde neu asphaltiert und beschriftet. Viele Bäume und Parks wurden gepflanzt und die Versorgung mit Elektrizität und Wasser hat sich sehr verbessert. Ein Stadt- und Ordnungsplan wurde fertiggestellt. Internationale Firmen und Läden eröffneten Niederlassungen. Die Fassaden ganzer Straßenzüge in der Innenstadt wurden vor einigen Jahren in schrillen Farben und wilden Mustern neu gestaltet, um die kommunistische Tristesse zu mildern.


Sehenswürdigkeiten
Den Mittelpunkt der Stadt bildet der Skanderbeg Platz, der vom historischen Nationalmuseum, dem Tirana International Hotel, dem Kulturpalast, der Et'hem-Bey-Moschee und dem dahinterstehenden Uhrturm umkreist wird.
Vom Skanderbeg Platz aus gehen die wichtigsten Straßen der Stadt sternförmig in allen Richtungen. Der Ish-Blloku - "ehemalige Block" westlich des zentralen Boulevards, war ein Villenviertel, das vor der demokratischen Wende nur von den höheren Führungspolitikern bewohnt wurde, unter anderem von Enver Hoxha. In den letzten Jahren entstanden hier auf engstem Raum zahlreiche Cafés, trendige Bars, schicke Restaurants, Boutiquen, Hochhäuser, Bürogebäude und Apartments und Läden. Das Viertel wird heute oft als Spielplatz der jungen Elite bezeichnet. Östlich des Boulevards am Nordufer der Lana befindet sich die katholische Kathedrale St. Paulus.
Das Wahrzeichen der Stadt ist das Skanderbeg Denkmal auf dem gleichnamigen Platz. Berühmt ist außerdem die Et'hem-Bey-Moschee (Bauzeit: 1794–1821) sowie der 35 Meter hohe Uhrturm Kulla e Sahatit von 1830 gleich daneben. Andere Überreste aus osmanischer Zeit sind rar. Erhalten blieben lediglich die Türbe von Dervish Hatixhe, der Grab von Kapllan Pasha, die osmanische Steinbogenbrücke Ura e Tabakëve aus dem 18. Jahrhundert mit der gleichnamigen Moschee und die Mauern der Burg, die zum Teil sogar aus justinianischer Zeit stammt.
Die älteste Sehenswürdigkeit ist das Tirana Mosaik, das zu einem Haus vom III Jahrhundert n. Chr. gehört. Zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten in der Umgebung von Tirana zählen die Festungen von Ndroqi, Petrela und Preza.


Religionen
Bemerkenswert ist das friedliche Zusammenleben der verschiedenen Glaubensgemeinschaften. Ursprünglich war die Stadt eher sunnitisch-islamisch geprägt. Seit Tirana zur Hauptstadt bestimmt wurde, sind auch viele Bewohner anderer Konfessionen zugezogen. Es gibt auch zahlreiche Atheisten, die nach dem Religionsverbot während der kommunistischen Herrschaft keinen Glauben mehr angenommen haben. Während des Kommunismus wurden viele Gotteshäuser zerstört oder umfunktioniert; später wurden viele neu errichtet. In der Stadt befinden sich mehrere Kirchen, Moscheen, eine katholische Universität, eine Medrese und eine Synagoge. Tirana ist Sitz eines katholischen und eines orthodoxen Erzbischofs, zudem das Weltzentrum des Bektaschi-Ordens.


Auch die Umgebung von Tirana ist reich an Sehenswürdigkeiten, die Teil unseren Reisen sind.


Der Dajti ist ein Berg mit einer Höhe von 1.613 Metern. Er ist der Hausberg der Hauptstadt Tirana, in deren Osten er sich erhebt. Das Gebiet des Berges steht als Nationalpark Dajti unter Schutz.
Man geht davon aus, dass der Name Dajti von der griechischen Göttin Diktynna herrührt. Auch andere Berge tragen ihren Namen.
Am Dajti wurden Spuren prähistorischer Siedlungen gefunden. Auch Überreste von diversen Wehranlagen aus späteren Zeiten wurden entdeckt.
Der Berg ist Teil der Kruja-Bergkette, einer langen Reihe von Bergen, die sich von Shkodra bis südlich von Tirana erstreckt und abrupt aus der Küstenebene erhebt. Die Kette wird von tiefen Flusstälern durchschnitten. Der Dajti wird im Norden vom Fluss Tirana, im Süden vom Erzen begrenzt. An seiner westlichen Flanke entspringt die kleine Lana. Im Norden des Dajti ragt die kleine Spitze Maja e Tujanit (1.531 m) auf, die den Berg zu einer Art Doppelspitze macht. Der Berg besteht überwiegend aus Kalkstein. Auf der Westseite verleihen mehrere Felsbänder zwischen 700 und 1050 Meter ein markantes Aussehen. Oberhalb dieser Felsen liegt am nördlichen Ende des Berges eine vier Kilometer lange, und rund 400 Meter breite Terrasse, die Fusha e Dajtit. Von dieser kleinen Ebene aus hat man eine hervorragende Aussicht auf Tirana und die Ebene, weshalb sie auch Balkon von Tirana genannt wird.Ein weiterer Steilhang liegt zwischen 350 und 500 Meter Höhe. Auf der Rückseite fällt der Berg steil ab bis auf eine Höhe von unter 1.000 Meter. Danach läuft er flach in den Tälern hinter diesem ersten Gebirgszug aus.
Der Berg kann über eine enge Bergstraße erreicht werden, die sich bis zur Fusha e Dajtit hinaufschlängelt und auch zur Erschließung des Nationalparks dient.
Seit Juni 2005 können Ausflügler auch mit einer Gondelbahn vom östlichen Stadtrand von Tirana heraufschweben.


Pëllumbas Höhle
Pëllumbas Höhle befindet sich im Südosten von Tirana auf einer Höhe von 479 m über dem Meeresspiegel. Der Weg läuft entlang einigen steilen Klippen mit herrlichem Blick über den Erzen Schlucht. Die Höhle ist 380 Meter lang, 10 - 15 m breit und 15 - 45 m hoch, und Sie brauchen etwa zwei Stunden um sie zu erkunden. Der Weg zur Höhle ist sehr angenehm, gut ausgeschildert und befestigt. Es gibt Rastplätze mit Bänken, an mehreren Aussichtspunkten entlang der Weg. Nachdem ersten 40 Meter, wird die Höhle absolut dunkel. Der Boden kann matschig und rutschig sein. Es gibt Fledermäuse in der Höhle, aber nicht zu viele.
Die Höhle von Pëllumbas, auch als die schwarze Höhle bekannt, ist von Fachleuten als eines der wertvollsten archäologischen Stätten von Albanien bewertet. In dieser Höhle wurden Skelette gefunden, die nach der Bestätigung von Naturwissenschaftsmuseum der Universität Florenz, zum Höhlenbären (Ursus Speleaus), die von 10,000 bis 400,000 Jahren gelebt haben, gehören. Im Gegensatz zu ähnlichen europäischen Höhlen hat die Höhle von Pëllumbas auch menschliche Überreste, die nach der Bestätigung der Archäologischen Instituts von Tirana zu der Altsteinzeit gehören. In der Höhle sind wunderschöne Stalaktiten und Stalagmiten zu finden.


Petrela
Petrela ist ein Dorf südlich von Tirana, das auf einer Hügelkuppe in der Höhe von 500m liegt. Eine kurze Straße verbindet den Ort mit der entlang des Flusses verlaufenden Hauptstraße von Tirana nach Elbasan. Von Zentrum von Tirana sind es rund 15km. Der Name Petrela ist vermutlich eine Mischung aus dem altgriechischen "Petra" und dem lateinischen "Alba" und bedeutet Weißer Stein.
Bekannt ist Petrela insbesondere wegen seiner Burg, das auf einem spitzen Berg westlich des Dorfes liegt. Von hier aus wurden die Verkehrswege über den Krraba-Pass und bis zum Meer kontrolliert.
Kaiser Justinian verstärkte diesen Ort, um die Ansiedlung von Dyrrachium (Durrës) zu verteidigen. Der Turm in der Mitte wurde 500 AD gebaut, die umgebenden Wände sind aus der byzantinischen Periode. Die Burg wurde während des Skanderbeg Krieg gegen die Türken benutzt.
Eine weitere Festung namens Persqop auf einem Berg östlich des Dorfes stammt aus der illyrischen Epoche (3. und 2. Jahrhundert vor Christus). Erhalten ist nur noch ein 30 m langes und 6 m hohes Fragment der Steinmauer. In der Burg wurde auch ein Grab entdeckt.