Vlora und Umgebung
Vlora liegt im südwestlichen Teil Albaniens, genau dort, wo sich die beiden Meere treffen: der südlichste Teil der Adria mit dem nördlichen Teil des Ionischen Meeres. Von Vlora bis zur italienischen Küste sind es nur 72 km. Vlora liegt 135 km weit weg von Tirana und 123 km weit von Korfu. Vlora ist einer der Bezirke mit der längsten Küstenlinie, die sich von der Mündung des Vjosa Flusses bis nach Qeparo erstreckt.


Die ersten Spuren von Vlora sind in VI Jahrhundert v. Chr zu finden. Damals wurden in der Vlora Bucht vier antike Städte gebildet: Orikum, Thronion (Kanina), Triporti und Aulona. Jede dieser Städte hat ihre eigene Geschichte.
Die ältesten Spuren der Zivilisationen gehören zum Orikum, wo immer noch die alten Ruinen der Stadt zu finden sind. Orikum mit seiner Stadtmauer, spielte eine sehr wichtige Rolle in dem Krieg zwischen Cesar und Pompeius. Zunächst hielt Pompeius es als Station für seine militärische Flotte, aber später wurde es von Cesar erfasst. Später benutzen die Römer Orikum als Stützpunkt in ihren Kämpfen gegen Alexander der Großen von Makedonien, der Orikum im Jahre 214 v. Chr. besetzte. In III Jahrhundert BC prägte Oricum die ersten Münzen. Während der byzantinischen- und mediäval Periode wurde Orikum unter dem Namen Jeriko bekannt. In der Zeit der osmanischen Besatzung nannten es die Türken "Pashaliman". Orikum hat weiterhin eine zentrale Rolle gespielt bis zum I Jahrhundert BC.
Die damalige Aulona und die heutige Vlora ist das wichtigste Handels-und Tourismuszentrum der südwestlichen Küste von Albanien. Historisches Symbol von Vlora ist die Proklamation der Unabhängigkeit Albaniens am 28. November 1912. Die sehr alten historischen Spuren von Vlora können heute in den archäologischen Ausgrabungen hinter dem Denkmal der Unabhängigkeit, in der Nähe des Sheshi i Flamurit gesehen werden. In dem 2. Jahrhundert v. Chr. hat Ptolemäus Vlora, als Stadt und Hafen entlang Adria erwähnt. Im Mittelalter fiel Vlora und seine Umgebung unter der Herrschaft der Normannen und danach unter venezianischer Besatzung. Während dem Arbëri Königreich im Jahr 1272 ist Vlora für den Wohlstand des Handwerks, der Landwirtschaft und Obstbau bekannt. In dem XIV Jahrhundert war Vlora unter der Herrschaft des Balshaj feudalen Familie, in 1417 wird von den Osmanen erobert und diente als Stützpunkt des Sultan Sulejman gegen Italien, Himara und Korfu. Gjergj Araniti organisierte den Widerstand gegen die Osmanen und baute das Schloss von Vlora. Während des XVII und XVIII Jahrhunderts war Vlora der wichtigste Hafen Südalbaniens und entwickelte die Handelsbeziehungen mit Triest, Venedig, Korfu, Istambul, Izmir, etc.
Bis zum Ende des XIX Jahrhunderts und Anfang des XX Jahrhunderts wurden eine Reihe von patriotischen und kulturellen Vereinigungen gegründet, die eine wichtige Rolle bei der Erhaltung der Sprache und Kultur gespielt haben. Das bedeutendste historische Ereignis für Vlora ist die Proklamation der Unabhängigkeit am 28. November 1912. 15. Oktober 1944 ist der Tag der Befreiung von Vlora. Seit fast 50 Jahren des Kommunismus Zeitraum blieben die enormen natürlichen und kulturellen Ressourcen von Vlora unbenutzt aufgrund der Isolation von der Außenwelt.
Vlora ist ein wichtiges Wirtschafts-, Handels-und Touristenzentrum des Landes. Die Stadt und der gesamte Bezirk haben eine wichtige Rolle in der wirtschaftlichen Entwicklung des Landes gespielt.
Seit dem Zweiten Weltkrieg war Vlora nicht nur ein Handels- und Verkehrs, aber auch ein Touristenzentrum. Der Tourismus ist die wirtschaftliche Tätigkeit, die derzeit die Physiognomie der ganzen Vlora Küste entscheidet. Das Gebiet ist bekannt für seine Individualität, wo sich die Vielfalt der natürlichen Landschaften mit dem reichen historischen und kulturellen Erbe wunderbar harmonisiert ist.
Nach der Eröffnung des Landes in dem neunziger Jahren nahm die Tourismus Branche ein Schwung. Am Anfang wurden eine Reihe von Bars, Restaurants und Hotels gebaut und heute befinden sich entlang die gesamte Küste der Vlora Bucht unzählige Strukturen in Dienst des Tourismus.
Vlora ist eine der wichtigsten Verkehrsknoten in Albania. Der Hafen von Vlora ist der zweit wichtigster in Albanien nach der von Durres. Regelmäßige Linien verbinden Vlora mit den italienischen, griechischen und anderen Küsten.
Die Landwirtschaft ist einer der wichtigsten Aktivitäten in Vlora. Dank dem milden mediterranen Klima, mit vielen sonnigen Tagen und das sehr gute Land, werden in Vlora Gebiet viele landwirtschaftliche Produkte produziert: Zitrusfrüchte, Oliven, Obst, Fleisch, Milch, etc. Einer der wichtigsten Ressourcen der Vlora Küste ist das Meer. Vlora ist einer der wenigen Orte, wo verschiedene natürliche Ressourcen (Meer, Gebirge, Wald) sich so nah beieinander befinden.


Es gibt viele Sehenswürdigkeiten in Vlora, die eine Besichtigung wert sind.
Die Moschee von Muradie wurde in der zweiten Hälfte des XVI Jahrhunderts gebaut und ist weiterhin funktionsfähig. Der Albanische Bauinginieur Sinani, der einer der wichtigsten Konstrukteure der Moscheen in der ersten Periode des Osmanischen Reiches war, hat diese Moschee projektiert und gebaut.
Zvërneci Insel und das Kloster der Heiligen Maria. Zvërneci ist 14 km weit von Vlora entfernt. Die ganze Landschaft, wo die Schönheit mit der Ruhe des Landes in Einklang ist, ist erstaunlich. Von besonderem Interesse für Besucher ist das Kloster der Heiligen Maria, die sich in Zvërneci Insel befindet und wo man durch einer schmalen Holzbrücke geht.
Das Kloster ist ein typischer byzantinischer Bau und hat eine sehr reiche Bibliothek. Der letzte Mönch verließ das Kloster im Jahre 1967, als in Albanien die religiösen Objekte geschlossen wurden. Das Kloster wurde für viele Jahre gesperrt, und wurde geplündert und niedergebrannt. Während des Kommunismus diente Zvërneci Insel als eine Abschiebungs Zentrum für die Dissidenten des kommunistischen Systems. Nach dem Kommunismus Zusammenbruch im Jahre 1990, wurde das Kloster rekonstruiert und ist ein sehr interessanter Ort zu besuchen.
Die Kirche von Marmiro in Orikum gehört zum XII Jahrhundert. Die Steine, die für den Bau benutzt wurden, sind aus den antiken Oriku genommen.
Kropisht Schloss befindet sich im Ort namens Llutroi und wurde in der römischen Zeit gebaut. Es besteht aus Steinen, die in die Form eines Quadrats zusammengesetzt sind.
Vlora Schloss liegt in der Nähe des heutigen Hafens und wurde im Jahre 1531 von Sultan Sulejman gebaut, um Vlora von Angriffen der Armee von Venedig zu schützen. Bis 1906 war es in einem guten Zustand, aber danach wurde es zerstört und seine Steine wurden für den Bau der Straße Vlore - Skelë verwendet.
Sofa Schloss liegt auf einem Hügel in der Nähe von Tragjasi und stammt aus dem VI-Jahrhundert BC. Die Wände sind zerstört und auf seinem südöstlichen Teil befinden sich die Ruinen einer Kirche.
Das Schloss von Gjon Bocari befindet sich im Dorf Tragjas und wurde in der XVII Jahrhundert gebaut.
Der Turm von Dervish Aliu (Leiter der Bauernaufstand des Jahres 1847) liegt in Dukati Dorf und hat eine besondere Architektur, die charakteristisch für Wohnhäuser in Laberia ist.
Der Burg von Kanina, 6 km weit von Vlora, ist eine der ältesten Einrichtungen in Vlora Bereich. Es ist auf dem Gipfel eines Hügels 380m über dem Meeresspiegel gebaut und hat eine Fläche von circa 3625 Hektar. Kanina wurde seit der ersten Hälfte des letzten Jahrtausends v. Chr gegründet. Während des IV Jahrhunderts v. Chr. wurde es in eine befestigte Stadt mit quadratischen Wänden verwandelt. In der ersten Phase des Baus sind große Steinblöcke verwendet. In der zweiten Phase, im Mittelalter, wurden für die Wände Steine in verschiedenen Größen und Mörtel verwendet und in der dritten Phase antike wieder verwendete Blöcke und rohe Steine.
Höhlen Schriften von Lepenica sind auf dem Berg und das Dorf mit dem gleichen Namen gefunden. Die Bilder gehören zur post paläolithische Kunst, die als die älteste in ganz Europa geschätzt ist. Es wird angenommen, dass die Malerei das Ende des 3. Jahrtausends v. Chr gehört. Mosaike sind ein wichtiger Teil der Ausgrabungen in der Gegend von Vlora. Das Wichtigste ist, das der Mesaplik. Es wird angenommen, dass dieses Mosaik am V Jahrhundert n.Chr gemacht wurde.


In der Nähe von Vlora befindet sich der Nationalpark von Llogara, der einer der schönsten Orte von Albanien ist. Mit einer Fläche von 1020 Hektar ist Llogara mit ewigem Grün bedeckt. Im inneren Teil der Wälder gibt es schöne Wiesen, zahllosen natürlichen Ressourcen und abwechslungsreiche Tier-und Vogelarten. Ein besonderes natürliches Naturdenkmal und sehr typisch für Llogara ist Pisha Flamur (Fahne Pine). Es befindet sich im nördlichen Teil des Llogara Pass, 910 m über dem Meeresspiegel. Es hat die Form eine Fahne aufgrund vom starken südöstlichen Winden. Der Baum ist 20 m hoch, mit einem Stammdurchmesser von 75 cm und ein Alter von etwa 100 Jahren. Ein erstaunliches Teil dieser Geo-Park ist der "Balkon" in Llogara Pass, auf der Höhe von 1050m, wo das Ionisches Meer gesehen werden kann.


Mali i Çikës (Çika Berg)

In der Nähe des 1027 m hoch gelegenen Llogara-Pass befinden sich zwei der markantesten Gipfel der albanischen Küste: Çika- und Qorre Gipfeln. Die Çika Gipfel (Albanisch für Mädchen-Spitze) ist mit 2045 m der höchste Punkt des Ceraunischen Gebirges im Südwesten Albaniens, das parallel zur Küste liegt, und die albanische Riviera vom Hinterland abtrennt. Das Ceraunische Gebirge erstreckt sich am Ionischen Meer, beginnend bei Saranda, über 100 Kilometer in südöstlich-nordwestlicher Richtung bis in die Nähe von Oricum. Der Çika Berg fällt nach Westen steil zum Ionischen Meer ab: eine Höhendifferenz von mehr als 2000 Metern auf rund fünf Kilometern. Besonders im oberen Teil weist der Berg steile Felswände auf. Der markante Berg prägt die Steilküste der touristisch bedeutsamen albanischen Riviera. Die zweithöchste Erhebung des Çika Berges ist der Qorre Gipfel mit 2018 m.
In der Nähe befindet sich auch der Cäsars Pass. In 48 v.Cr. während dem römischen Bürgerkrieg, Julius Caesar landete mit seinen Legionen auf dem nahe gelegenen Strand von Palasa. Auf seinem Weg nach Orik um seinen Gegner Pompeius zu verfolgen, überquerte er die Berge hinüber zu Llogara Pass an einem Ort, später als Cäsars Pass benannt.
Die Westflanke des Çika Berges ist nördlich des Llogara-Passes auf Höhen bis zu 1800 Meter mit Kiefernwald bewachsen, in dem Schwarzkiefern, bulgarische Tannen und Schlangenhaut-Kiefern vorkommen. Dieses Gebiet ist Teil der Nationalpark Llogara. Macchie breitet sich am Berghang bis zu 800 Meter Höhe aus. Auf der Westseite findet sich zwischen 400 und 900 Meter Höhe viel Korkeiche. Zu den verbreiteten Bergsträucher zählen Buchs, Eibe, Steineiche, Wacholder und Ilex. Auch Bergahorn kommt vor. Eine endemische Art im Gebiet von Çika und Llogara ist Hypericum hapllophyllioides, ein Johanniskraut. Die höchsten Regionen am Gebirgszug sind vegetationslos. In den hohen, wilden Gebieten leben Rehe und Gämsen sowie Steinadler und Gänsegeier.
Die Maja e Çikës ist meist bis in den Sommer teilweise schneebedeckt. Kare zeugen von eiszeitlicher Vergletscherung.Von der Spitze bietet sich ein weites Panorama über die ganze albanische Riviera bis zur Insel Korfu.
Entlang des Gebirges verläuft eine kurvenreiche Straße, die Saranda, Himara und andere Küstenorte mit Vlora verbindet. Sie überquert den Kamm des Gebirges am Llogara-Pass. Die Pinienwälder dort stehen als Nationalpark unter Naturschutz. Die Gegend ist in Albanien auch bekannt für den dort produzierten Honig von hervorragender Qualität.


Karaburuni Halbinsel, die größte des Landes, mit einer Länge von 16 km, Breite 3 - 5 km und eine Fläche von 62 km2, ist bekannt für seine großen natürlichen Ressourcen und auch für verschiedene archäologische Funde. Im nördlichen Ende der Halbinsel, an der Stelle, wo die Meerenge die Halbinsel vom Sazani Insel trennt, befindet sich die berühmte Höhle der legendäre Kapitän Haxhi Aliu. Durch die Wellenkraft wurden die Kalksteinfelsen erodiert und dadurch wurde die Höhle gebildet. Es ist die größte Meereshöhle im Land mit einer Länge bis zu 30 m, einer Höhe von 10 -15 m und einer Breite von 9,5 m. Der Eingang befindet sich über dem Meeresspiegel. Seine Position ermöglicht den Schutz der Schiffe. Die Höhle ist für einen längeren Zeitraum als Basis in den Kriegen gegen die militärische Schiffen von England, Venedig, Frankreich benutzt worden. Entlang der Küsten der Karaburuni Halbinsel gibt es mehrere kleine Buchten und Strände, wo man bleiben oder baden kann, in einer ganz besonderen Atmosphäre und in einer unberührten Küste. In der Grama-Bucht haben Seeleute, die hier während Jahrtausenden ankerten, Inschriften an den Felsen hinterlassen.
Seit 2010 ist Karaburun Halbinsel Teil der marine Nationalpark Karaburun-Sazan, ein Meeresschutzgebiet. Der Park umfasst ein Gebiet von einer Seemeile Tiefe entlang der Küste der Halbinsel Karaburun und rund um die Insel Sazan. Die nördlichen Teile gehören zum Adriatischen Meer, die südlichen zum Ionischen Meer. Beim Kap "Kepi Gjuhëzës" auf Karaburun,  dem westlichsten Punkt des albanischen Festlands, endet die Straße von Otranto, die die beiden Meere trennt.
Der Park umfasst eine Fläche von 12.571 Hektar, die rund 50 Kilometer Küste schützen. Im Nationalpark liegen die Wracks vieler antiker griechischer und römischer Schiffe sowie von Kriegsschiffen aus dem Zweiten Weltkrieg. Es gibt eine reiche Meeresflora.
Das Gebiet ist sehr abgelegen, unerschlossen und unberührt. Es kann nur übers Meer oder zu Fuß erreicht werden, da die einzige Straße auf die unbewohnte Halbinsel Karaburun durch die Marinebasis Orikum führt.