Geschichte
Albanien ist der mittelalterliche lateinische Name des Landes, das “Shqipëri“ von seinen Anwohnern genannt wird. Der Name könnte auch von dem illyrischen Stamm der Albani herkommen. In 150AD erarbeitete Ptolemäus, der Geograf und Astronom aus Alexandria, eine Karte, die die Stadt Albanopolis (nordöstlich von Durrës) zeigt.
Erste Spuren menschlicher Besiedlung auf dem Gebiet des heutigen Albanien weisen auf die Zeit vor 100.000 Jahren . Etwa um 1000 v. Chr. besiedelten die Illyren das heutige albanische Gebiet. Residenzstädte waren Skodra (Shkodra) und Rhizon (Risan). Auch in manchen von unseren Reisezielen wie Grunas, sind steinzeitliche Spuren menschlichen Lebens zu finden. Die Griechen gründeten auch diverse Städte. Ende des 3. Jahrhunderts v. Chr. kam der westliche Balkan unter römischen Einfluss und die Romanisierung der Illyrer begann. Die schwer zugänglichen Bergtäler wurden Rückzugsgebiete für illyrische Stämme. Im Römischen Reich war Albanien zentral gelegen zwischen der Hauptstadt Rom und Konstantinopel. Durrës und Apollonia waren wichtige Hafenstädte und die Provinz Illyria lieferte reichlich Weizen über die Adria. Die Teilung des Römischen Reichs spaltete auch Albanien. Während der Süden im Einfluss von Konstantinopel war, war der Norden mehr mit West-Rom verbunden.
Im Jahr 591 drangen die Slaven vom Norden her in das Gebiet ein, zwischen 880 und 1018 waren Mittel- und Südalbanien Teil des bulgarischen Reiches, im Jahr 1081 fielen die Normannen in Albanien ein. Nach dem Zerfall des Byzantinischen Reiches infolge des vierten Kreuzzugs (1204) konnten auch einheimische Fürstentümer gegründet werden: das Fürstentum des Karl Topia in Mittelalbanien (von 1359 bis 1388), das Fürstentum der Balsha in Nordalbanien (von 1360 bis 1388)
1443-1468 führte der Fürst von Kruja, Skënderbeu, erfolgreich den Abwehrkampf gegen die Türken. Nach seinem Tod ist Albanien für mehr als vier Jahrhunderte Teil des Osmanischen Reiches gewesen. Im Laufe der Zeit traten die meisten Albaner zum Islam über. Eine kollektive Auswanderung nach Italien oder nach inneren Gebirgen hat stattgefunden, um den Wechsel zum Islam zu vermeiden.
1912, nach der Niederlage der Türken in den ersten Balkankrieg, wurde Albanien unabhängig. Seine Grenzen wurden aber von den Großmächten festgelegt. Dabei spielten die Interessen der Albaner kaum eine Rolle. Die Grenzfestlegung von damals war mitunter eine Ursache für die späteren Balkankonflikte.
Albanien versank von 1919 bis 1924 in Nachkriegswirren mit sich schnell ablösenden Regierungen. 1928 proklamierte sich Ahmet Zogu zum König. Das Königreich Albanien wurde zunehmend abhängig vom faschistischen Italien. Während des Zweiten Weltkriegs von 1939 bis 1944 fand ein Partisanenkrieg gegen die italienischen und später deutschen Besatzer statt. 1944 wurde Albanien von der faschistischen Fremdherrschaft befreit und eine kommunistische Diktatur unter Enver Hoxha wurde errichtet. Es folgten dann vielleicht die 46 dunkelsten Jahren in der Geschichte und Wirtschaft des Landes.
1990/91 wurde auch in Albanien das kommunistische Regime gestürzt. Die Albaner flohen zu Tausenden ins Ausland, denn die Armut prägte das demokratisierte Land, das stark von ausländischer Hilfe abhängig war. Die Demokraten unter Sali Berisha übernahmen die Regierung 1992 und leiteten Reformen ein. 1995 wurde Albanien in den Europarat aufgenommen. Albanien unterzeichnete 2006 der Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommen (SAA) mit der Europäischen Union. Am 1. April 2009 trat Albanien der NATO bei.Am 28. April 2009 ist der Beitritt zur Europäischen Union offiziell beantragt worden. Ende des Jahres 2010 lockerte die Europäische Union die Visa-Bestimmungen für albanische Bürger, die in den Schengen Raum einreisen dürfen.